DARC-Funktionsträgerseminar 11.03. – 13.03.2016

Diesen Artikel gibt es als Podcast als OGG/Vorbis.

So, nach längerer Zeit endlich mal wieder ein Post ;-).

Der DARC bietet schon seit einiger Zeit (dieses mal fand es zum 21. mal statt) ein Seminar für Funktionsträger an. Eigentlich ist es hauptsächlich für Ortsverbands- und Distriktsvorsitzende sowie deren Stellvertreter, Kassiere etc. gedacht. Aber da ich mit meinem „Job“ als Notfunkbeauftragter/Katastrophenschutzbeauftragter (bzw. -referent, die Benennung ist nicht immer ganz klar) im Ortsverband B04 auch als Funktionsträger gelte, dachte ich „Warum sich das ganze nicht auch mal anschauen?“ und habe damit eine goldrichtige Entscheidung getroffen!
Eigentlich wollte ich ja schon Ende letzten Jahres am Seminar teilnehmen – es hat dann nicht geklappt, weil die Plätze immer relativ schnell ausgebucht sind. Die Anmeldung dauert auch immer ein bisschen, da das ganze über den Distriktsvorsitzenden laufen muss.

DARC Eingang

Ich vor dem Eingang zum Verwaltungsgebäude des DARC e.V.

Donnerstag, 10.03.2016

Warum fange ich schon am Donnerstag an? Nun, ganz einfach – das Seminar fand in Baunatal statt und fing am Freitag schon um 10:00 Uhr an, da wollte ich nicht in aller Frühe aufstehen und erst am Freitag die Anreise von Aschaffenburg aus antreten. Also habe ich mir für den Tag Urlaub genommen und bin schoneinmal hingefahren. Netterweise hatte mir die Bahn zufällig zu diesem Zeitpunkt eine kostenlose ProbeBahnCard 25 Erste Klasse zugeschickt, so dass ich dieses Wochenende mal etwas dekadent war und 1. Klasse reiste ;-). Am frühen Nachmittag ging es vom Aschaffenburger Hauptbahnhof aus los, mit dem ICE erst nach Würzburg und dann von dort aus nach Kassel-Wilhelmshöhe. Von dort aus ging es dann mit dem Bus zum Hotel „Stadt Baunatal“ in ebendieser. Im Hotel merkte man gleich, dass es sich um das „Stammhotel“ des DARC handelt – überall hingen Banner für den FunkTag Kassel, die Nachfolgeveranstaltung der bis letztes Jahr in Hannover stattfindenden Interradio.
Nach dem Checkin im Hotel und dem Beziehen des Zimmers ging es dann erst mal an die wichtigste Tätigkeit (Tablet und Laptop ins WLAN bringen). Nachdem abends dann langsam der Hunger kam, erkundete ich mal die Kneipe „Alte Schmiede“, welche sich im Keller des Hotels befindet. Hier gibt es unter anderem eine ziemlich reichhaltige Schnitzelauswahl ;-). Während des Essens lernte ich dann noch drei OMs aus dem Distrike E (Hamburg – genauer eigentlich alles zwischen Elbe und Lübecker Bucht incl. nördliches Niedersachsen, Hamburg, südöstliches Schleswig-Holstein und Helgoland) mit denen ich mich ganz nett unterhalten habe. Nach ein paar Bier verabschiedete ich mich dann langsam und wir machten die Uhrzeit fürs Frühstück aus.

 

Freitag, 11.03.2016

Nach dem Aufstehen ging es erst mal an ein relativ reichhaltiges und gutes Frühstücks-Büffet.
Danach ging es ab in die Lindenallee – und hier erlebte ich meine erste Überraschung. Bisher hatte ich gedacht, dass das Gebäude mit dem Turm drauf das Amateurfunkzentrum ist, in dem sich auch die Verwaltung des DARC e.V. befindet – jetzt erfuhr ich, dass es das früher mal war, die Verwaltung aber mittlerweile in einem Nachbargebäude in der Lindenallee 4 angesiedelt ist. In dem Gebäude in der Lindenallee 6 befindet sich nur noch der DARC-Verlag, im Turm nach wie vor noch die Clubstation(en).
Um 10 Uhr ging es dann los – wir wurden begrüßt und es gab eine gegenseitige Vorstellung, weiterhin wurde festgehalten, was wir uns so alles von diesem Wochenende versprechen. Danach noch eine Führung durch das Amateurfunkzentrum und – besonders interessant – durch die QSL-Vermittlung. Wenn man das mal live gesehen hat, weiß man erst, was da eigentlich für eine Arbeit dahinter steckt. Jede Karte an einen Deutschen Funkamateur muss von einem Mitarbeiter in die Hand genommen werden, das Zielrufzeichen gesucht, mit einer Hand in den Rechner getippt und dann die Karte in die Maschine eingelegt werden. Daraufhin wird eine Codierung auf der Karte aufgebracht. Die so bearbeiteten Karten gehen dann in die QSL-Sortiermaschine und werden anhand dieses Codes nach Distrikten vorsortiert. Am Versandtag kommen die Karten nochmal in die Maschine und werden auf die Ortsverbände runtersortiert. Sämtliche Karten für das Ausland werden allerdings ausschließlich per Hand sortiert. Im Laufe des Tages sieht man jedes in Deutschland tätige Paketunternehmen beim DARC auftauchen, der DARC ist im Bereich um Baunatal (nach dem VW-Werk) der größte Kunde der Post und Stammkunde auf dem Zollamt, wenn man wieder ein QSL-Paket aus einem anderen Land falsch deklariert wurde.

Nach dieser interessanten Führung war es erst mal Zeit für die Mittagspause, zu der es ein warmes Buffet im Eingangsbereich gab.

Nun fingen die sehr interessanten Vorträge an – los ging es um 13:00 Uhr mit dem „kleinen 1×1 der OV-Arbeit“, danach kam das Team-IT mit der Online-Mitgliederverwaltung und als letzter Vortrag an diesem Tag gab es dann eine absolute Neuheit: „Projektmanagement im Ehrenamt“.

Nach diesem Vortragsblock war offiziell einchecken im Hotel angesagt, da ich das nicht mehr erledigen musste, hatte ich schon Zeit für erste interessante Gespräche. Hier war vor allem interessant, dass man „die in Baunatal“ mal persönlich kennen lernen konnte – jetzt weiß man, wer dort Ansprechpartner ist und die Clubverwaltung hat ein Gesicht bekommen. Außerdem konnte man auch mal aktuelle Themen besprechen und hat dabei eine andere Sicht bekommen (neben den Mitarbeitern des DARC z.B. auch die von Jens Hergert, Geschäftsführer des DARC und seiner GmbHs oder von Heinz Mölleken, Amateurratssprecher).

Schließlich gab es zur Abendgestaltung noch zahlreiche Workshops, ich schaute mir hierbei „CQ DL – Vom Manuskript zum fertigen Heft“ an, bei dem man unter anderem erfuhr, warum es manchmal länger dauert, bis ein eingesandter Artikel in der CQ DL erscheint (dort liegen beispielsweise für die Technik-Rubrik Artikel für mehrere Monate auf Halde) und wie straff der Zeitplan zur Erstellung eines Heftes ist.
Nach diesem Workshop setzte ich mich in den noch laufenden Workshop „Web-CMS (Typo3) für DARC-Ortsverbände“ und unterhielt mich ein bisschen mit der IT, war sehr interessant, was man da so alles erfuhr.

Dann ging es in Richtung Hotel, der nächste Tag sollte ja früh beginnen – der Beginn war diesmal um 9 Uhr.

Wo wir schon beim Thema CMS waren… relativ schnell erschien übrigens auch ein Post auf der DARC-Seite: „21. Funktionsträgerseminar in Baunatal ist gestartet“ mit einem Foto von uns Teilnehmern und (ganz rechts) Sina (im Vordergrund) und Steffi (DO7PR, im Hintergrund).

 

Samstag, 12.03.2016

Gleich um 9 Uhr ging es mit dem Vortrag „Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Ortsverband“ los, gehalten von Steffi Heine (DO7PR) und Sina Kirsch. Beide sind Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle und leiteten das komplette Wochenende. Aus dem Vortrag konnte man einige sehr interessante Ansätze mitnehmen.
Dann schloss sich der Vortrag „Gewinnung von Jugendlichen – Wie begeistere ich junge Menschen für den Amateurfunk“ von Gerrit Herzing (DH8GHH), welcher sehr stark in die Jugendarbeit des DARC auf allen Ebenen involviert ist, an. Hier gab es viele Anregungen, was man alles bei der Jugendarbeit beachten muss, auch von rechtlicher Seite her gesehen. Naja, nicht meine Welt – ich habe mal gern Jugendarbeit bei zwei anderen Organisationen gemacht, mittlerweile interessiere ich mich mehr für die Notfallkommunikation ;-).

Danach folgte wieder eine Mittagspause mit einigen interessanten Gesprächen.

Schließlich ein sehr großer Vortragsblock „Kassenführung im Ortsverband und Grundsätzliches zum Versicherungsschutz im DARC e.V.“ von Jens Hergert. Hier erfuhr man, dass der Versicherungsschutz, den jedes Mitglied im DARC automatisch genießt, in vielen Punkten zwar weiter geht, als von so manchem angenommen – in manchen Punkten (die gerade interessant wären), zahlt die Versicherung aber dann leider nicht. So wird zwar gezahlt, wenn einem bei Antennenarbeiten das Werkzeug aus der Sicherungsschlaufe rutscht und unten eine Autoscheibe durchschlägt, allerdings wiederum nicht, wenn ein an den Ortsverband verliehenes Funkgerät während einer OV-Veranstaltung kaputt geht.

Nach den Vorträgen an diesem Tag öffnete der Shop des DARC-Verlags und man konnte dort einkaufen gehen – ich holte mir gleich zwei Ordner, um CQ DL-Hefte ablegen zu können, außerdem einige Sonderhefte der CQ DL („Bastelspaß – Elektronik zum Begreifen“, „Messen und Entstören“, „Messen und Entstören II“, „QRP – Kleine Leistung, großer Erfolg“ und „QRO – Leistung im oberen Bereich“) außerdem noch das Handbuch für den Funkamateur 2016; eigentlich findet man die ganzen Daten aus letzterem auch im Internet, ich finde es aber schöner, immer ein Nachschlagewerk dabei zu haben.

Schließlich gab es dann noch ein Abendessen in der Geschäftsstelle.

Danach war wieder „Workshop-Time“, diesmal ging ich in den Workshop „Funkbetrieb/Talk im Turm mit dem AR-Sprecher“. Hier gingen wir erst einmal in die Clubstation des DARC, mit dem Funkbetrieb sah es allerdings schlecht aus, da eine Antenne sich vor kurzem selbsttätig verkürzt hat (es sind grad mal ein paar Meter abgebrochen) und es mit einer anderen Antenne wohl aktuell Probleme gab. Daher schauten wir uns die Technik (besonders den Hilberling) nur mal an und bekamen die Station ein bisschen erläutert, danach setzten wir uns zum gemütlichen Gespräch mit dem Amateurratssprecher in den Eingangsbereich des DARC-Gebäudes.

 

Sonntag, 13.03.2016

Und dann kam schon der letzte Tag, nach dem Frühstück hieß es erst mal Auschecken. Um 9:00 Uhr ging es mit dem Vortrag „Mitgliederversammlung und Wahl“, gehalten vom amtierenden Amateurratssprecher Heinz Mölleken (DL3AH) los. Hier erfuhr man alles, was man bei der Mitgliederversammlung und allem was daran hängt (Wahl, Einladung, Protokoll, Übergabeprotokolle etc.) auf OV-Ebene beachten muss. Hierzu gab es dann auch schon für alles Vorlagen und Checklisten in der uns bereits am Freitag ausgehändigten OV-Mappe. Anschließend kam dann noch ein kurzer, ungeplanter Einschub von Heinz über das Thema Lampenfieber bei Vorträgen, Präsentationen etc.

Um ca. 11:00 Uhr kam dann der letzte Vortrag des Seminars „OV-Leben aktiv: Tipps aus der Praxis – für die Praxis“ von Christian Diederichs (DL3EAC). Hier ging es darum, was man alles tun kann, um einen OV (wieder) aktiv zu bekommen und mit Leben zu füllen.

Um ca. 12:30 Uhr gab es dann die Möglichkeit für offene Fragen, es gab eine Feedback-Runde und es wurde geschaut, ob unsere Erwartungen an das Wochenende erfüllt wurden.

Danach kam dann der große Aufbruch. Netterweise wurde ich nach Kassel-Wilhelmshöhe mitgenommen, von wo aus ich mit dem ICE nach Hanau fuhr; von dort ging es dann mit einem Regionalexpress weiter nach Aschaffenburg.

 

Fazit

Was kann ich jetzt nach diesem Seminar sagen?
Hat es sich gelohnt? Ja, auf jeden Fall!
Was habe ich mitgenommen? Einige Anregungen, die man im Ortsverband einbringen kann, einige nette Kontakte und eine super Zeit!

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