PMRexpo 2017

Diesen Artikel gibt es als Podcast als OGG/Vorbis.

Wie auch im letzten Jahr nahm Notfunk – Deutschland an der Messe PMRexpo (der „Europäischen Leitmesse für Professionellen Mobilfunk und Leitstellen“) vom 28. bis 30. November 2017 teil. Gegenüber letztem Jahr hatte sich die Fläche noch einmal vergrößert: die Messe belegte dieses mal 4400 m², es waren 225 Aussteller anwesend, davon 73 ausländische Unternehmen.

Die von uns ausgestellte Technik: DMR-Repeater, DMR-Gateway, Voice-over-LTE-Funkgerät, Funkkoffer 2m/70cm, Mobile Relaisstelle 70cm, Kurzwellenstation
Die von uns ausgestellte Technik: DMR-Repeater, DMR-Gateway, Voice-over-LTE-Funkgerät, Funkkoffer 2m/70cm, Mobile Relaisstelle 70cm, Kurzwellenstation

Los ging es am Montag, den 27.11.2017 – wir (Fred, DD2ZM; Rüdiger, DL1ITU ex DO2FMD und meine Wenigkeit) trafen uns in Groß-Gerau, von wo es dann mit zwei Fahrzeugen und zwei Anhängern (Mastanhänger MA-2 und Mobile Funkeinheit MF-2) in Richtung Köln ging.

Material für die Messe
Material für eine Woche PMRexpo…

In Köln angekommen trafen wir dann auf Guido, DO3NF; Fred musste leider arbeitsbedingt wieder fahren.
Nun ging es an den Aufbau: die Anhänger wurden in Position geschoben, Kabel soweit möglich verlegt (zum Teil haben wir sie nach einem Test wieder zurückgebaut, da wir die Information erhielten, dass abends der Boden geschwärzt wird und wir keine schwarzen Kabel wollten…), ein Teil der Geräte wurde aufgebaut und die Anhänger wurden poliert – man will ja auch einen guten Eindruck machen…
Sehr viel Zeit verbrachten wir dann damit, auf den Techniker zu warten, der uns eine Stromversorgung zum Stand legen sollte – unsere eigene Stromversorgung durften wir ja nicht benutzen…

Nachdem der Stand soweit fertig für die Messe war, ging es ab nach Düsseldorf, wo wir wie schon im letzten Jahr dankenswerterweise bei der Löschgruppe Hubbelrath unterkamen. Abends ging es dann noch in die Düsseldorfer Innenstadt, wo bei gutem Essen und ein paar Bier noch einige aktuelle Themen diskutiert und das Messegeschehen geplant wurde.
In der Unterkunft gab es noch längere Gespräche mit den Kameraden der Feuerwehr, die gerade von einem Einsatz zurückgekehrt waren.

So, Dienstag der 28.11. – erster Messetag. Morgens ging es vom Feuerwehrgerätehaus wieder ab nach Köln zur Messe. Diesmal hatten wir noch die mobile Tetra-Zelle dabei, die vorher schon im Gerätehaus eingelagert war. Nun bauten wir noch schnell alles fertig auf und dann fing auch schon die Messe an. Zwischendurch kam dann noch Mickle, DG9FAP hinzu.
Wir hatten einen schönen ersten Messetag, schon an diesem Tag merkte man, dass der Besucherandrang an unserem Stand größer war als letztes Jahr.
Interesse weckte auch das von uns ausgestellte Voice-over-LTE-Funkgerät, welches in professionellen Kreisen schon als Nachfolger von Tetra gehandelt wird. In Großbritannien läuft aktuell auch eine Umrüstung der BOS-Funknetze von Tetra auf Voice-over-LTE, während Deutschland seit über zehn Jahren noch dabei ist ein für 2006 betriebsbereit geplantes Netz fertig zu bauen. Während der Messe hatten wir auch Kontakt zum Hersteller des Funkgeräts, welcher uns bestätigte, dass wir die ersten zwei Geräte für Deutschland importiert hatten. Außerdem konnte ich ihnen das Vorführgerät zu einem extrem günstigen Preis abkaufen.
Unser Infostand von links gesehen...Besonders nett hatte die Messe unseren Standort wieder mit der Come-Together-Party am ersten Abend koordiniert – letztes Jahr standen wir am Rand der Party, dieses Jahr mittendrin. Vor unserem Stand war die Bar, hinter dem Stand die Sitzplätze. Dies hat dafür gesorgt, dass jeder Besucher zwangsweise bei uns vorbei kam ;-).

Nun kam der Mittwoch, 29.11. – zweiter Messetag. Morgens wieder von Düsseldorf nach Köln. Wieder einen interessanten Messetag verbracht und viele Gespräche geführt. An diesem Tag war ich fast dauerhaft in der Mobilen Funkstation und nahm einige Aktualisierungen an der IT vor – während an anderen Ständen meist nur die Technik ausgestellt wurde, konnte man sie bei uns auch in Aktion sehen…

Tetra-DMO-Repeater
Hier ein großer Anlaufpunkt für viele Besucher – der Tetra-DMO-Repeater. Obwohl die meisten einen solchen eigentlich schonmal gesehen haben sollten – wenn auch wahrscheinlich nicht in so einem schönen Case…

Nach der Messe ging es diesmal zu Guido und wir konnten dort ein gutes Abendessen genießen, danke an dieser Stelle auch an seine Frau hierfür! Danach dann wieder zurück in die Unterkunft, das meiste schon zusammengepackt und Kraft für den letzten Tag sammeln.

Dann waren wir schon am Donnerstag, 30.11. – dritter und letzter Messetag. Morgens noch schnell den Rest zusammengepackt und abreisefertig gemacht. Nun nochmal ein letztes Mal nach Köln, wieder einen interessanten Tag verbracht. Diesmal hatte ich z.B. sehr interessante Gespräche mit Kräften der Funkwerkstatt der Polizei NRW sowie mit Führungskräften aus dem Bereich Fernmeldewesen der Bundeswehr.

Der Stand in einer kurzen, ansturmfreien Zeit.
Kurzzeitig mal weniger Ansturm am Stand. Im Vordergrund Rüdiger, DL1ITU (li) und Mickle, DG9FAP (re); im Hintergrund mit NFD-Logo auf dem Polo ist Guido, DO3NF gerade im Gespräch.

Nach dem Ende der Messe hieß es dann schnell abbauen, Mickle und Guido machten sich auf den Heimweg, während Rüdiger und ich die Mobile Funkstation zu einem Zwischenlager zogen, von wo aus sie in den nächsten Tagen ihre Heimreise antreten sollte, bevor wir den Mastanhänger anhängten und uns dann wieder nach Groß-Gerau begaben, von wo aus ich dann nach Aschaffenburg weiterreiste.

 

Mein Fazit:

Selfie von mir, im Hintergrund Einsatzleitcontainer der Werksfeuerwehr InfraServ Höchst.
Schöne aber anstrengende Messe…

Die Messe war schön aber auch sehr anstrengend. Es haben sich viele Kontakte und interessante Gespräche ergeben. Auffällig war, dass unter den interessierten Behörden eindeutig die polizeilichen BOS sowie die Bundeswehr gegenüber den nichtpolizeilichen BOS (Feuerwehr, Kreisverwaltungsbehörden, Hilfsorganisationen etc.) die Mehrheit stellte. Man könnte ja vermuten, dies hängt damit zusammen, dass die Polizei an vielen Stellen eher mit dem Digitalfunk in Berührung kommt (sie stellen ja in den meisten (allen?) Bundesländern z.B. die Autorisierten Stellen Digitalfunk) und daher eher die Grenzen des Digitalfunks kennen… weiterhin waren viele wieder an Möglichkeiten interessiert, die ihnen zum Teil mit dem Digitalfunk versprochen wurden, die aber noch nicht möglich sind oder nie möglich sein werden, so zum Beispiel die Bildübertragung, dies ist im Amateurfunk relativ einfach über SSTV (Slow-Scan-Television, eine Standbildübertragung) möglich.

Autor: Florian

Blogger, parteiloser Pirat, Fachinformatiker, Selbstständiger, Feuerwehrmann, Funkamateur, Notfunker, Zivil- und Katastrophenschützer | Call: DG1IUK

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