Fest „Brüderschaft der Völker“ 2019

Stand des DARC auf dem Fest Brüderschaft der Völker 2019
Stand des DARC auf dem Fest Brüderschaft der Völker 2019 von vorne

Nach ein paar Jahren Pause nahm ich dieses Jahr wieder am Fest  „Brüderschaft der Völker“ in Aschaffenburg teil. Ursprünglich war ich mit der Feuerwehr vor Ort gewesen (1x oder 2x – bin mir da nicht so sicher), dann ein- oder zweimal mit den Funkamateuren und mindestens einmal in Doppelfunktion auch mit Schaffenburg e.V., wobei ich eher am Stand der Funkamateure vertreten war.

Dieses Jahr war es hingegen so, dass ich erst von Seiten Schaffenburg e.V. gefragt wurde und der Ortsverband B04 (Aschaffenburg) des DARC e.V. erst später eine Teilnahme beschlossen hatte, so war klar, dass ich primär am Stand von Schaffenburg sein werde. Für den Stand von B04 organisierte ich den Mastanhänger MA-2 von Notfunk Deutschland, wie auch bei den vergangenen Teilnahmen.

Donnerstag

Beginn der Veranstaltung war eigentlich Freitag, aber für mich ging es ging schon Donnerstag den 18.07.2019 los – Herbert (DL5HS ex DD7YX), Manfred (DD7YB) und meine Wenigkeit trafen sich auf dem Aschaffenburger Volksfestplatz, um den Stand soweit zu errichten. Ebenfalls vor Ort war der Anhänger (HAM-Mobil) des Distriktes Franken des DARC e.V. und der 17m-Mast MA-2 von Notfunk Deutschland e.V. – diese wurden nun angeschlossen und für eine Stromversorgung gesorgt.
Ansonsten sah es auf dem Gelände noch relativ gemischt aus – die Bühnen standen schon, die anderen Stände würden aber zu großen Teilen erst am Freitag aufbauen und standen nur in Grundzügen.

Freitag

Eventfunkkoffer Schaffenburg
Koffer mit sechs Handfunkgeräten für den Betriebsfunk von Schaffenburg

Nun hieß es für Schaffenburg aufbauen – das für mich wichtige Material (Funkgerätekoffer, Feststation incl. Netzteil für unseren Betriebsfunk) hatte ich einige Tage zuvor bereits zurechtgelegt, es wurde dann vom Space aus zum Platz gefahren. Um uns während dem Aufbau koordinieren zu können, wurden die ersten Betriebsfunkgeräte bereits ausgegeben – dabei stellten wir fest, dass der Kanal 1 total überfüllt war, da er wohl auch für die Organisation der Veranstaltung benutzt wurde. Naja, es kann ja durchaus vorkommen, dass zwei Nutzer die gleichen Frequenzen nutzen, da es sich um die drei Frequenzen im 70cm-Band handelt, die zugeteilt werden, wenn jemand eine bundesweite Zuteilung haben will (andere Frequenzen werden im Normalfall nur auf ein geografisches Gebiet beschränkt zugeteilt). Schließlich konnte durch einen Cross-Test aller Kanäle eine Frequenz gefunden werden, die wir zugeteilt bekommen haben, die auf den Geräten der BdV-Orga aber nicht programmiert war (diese konnten uns nicht direkt sagen, welche Frequenzen sie benutzen, da sie von den Geräte-Verleihern keine Zuteilungsurkunde der Bundesnetzagentur bekommen hatten, was mich sehr wundert – zumindest in meiner Urkunde steht, dass diese immer mindestens in Kopie am Einsatzort der Funkgeräte sein muss).
Was leider nicht geklappt hatte – die Feststation in Betrieb nehmen, da ein Adapter von BNC auf N gefehlt hatte (das Funkgerät aber BNC hatte – in meiner Erinnerung auch einen passenden Adapter – und die von Notfunk Deutschland abgeholte Antenne mit N kam).
Dann kam über Funk die Anweisung „Alle, die laut Plan kein Funkgerät haben, geben dieses jetzt am Festbüro ab. Kanalwechsel von Aufbau zu Festbetrieb!“ – oder so ähnlich. Wir schalteten dann auch auf unseren Betriebskanal um.
Es war ein schönes Fest – ich war relativ oft zwischen dem Stand von B04 und Schaffenburg unterwegs, unter anderem da Schaffenburg noch mehr Material für die Stromversorgung benötigte und ich da mit dem Material auf dem Mastanhänger von Notfunk Deutschland richtig schön ausgestattet war. Zwischendurch legte ich aufgrund des heißen Wetters viele Zwischenstops im Helferzelt ein, um meine Wasserflasche wieder aufzufüllen oder mir etwas zu Essen zu holen.
Eine sehr gerne angenommene „Attraktion“ war ein Fernsprecher OB (Ortsbatteriebetrieb) der Bahn (in der Konstruktion ähnlich den Feldtelefonen, nur dass es keine Sprechtaste für die Umschaltung Hören/Sprechen gibt), dessen Gegenstelle an irgendeinem anderen Stand untergebracht war – die Besucher haben gekurbelt und evtl. hat irgendjemand die Gegenstelle abgenommen, man wusste nie, wer dran war. Ursprünglich war geplant, das ganze als „Party-Line“ mit mehreren Endgeräten über den kompletten Platz zu verkabeln, allerdings ließ sich das leider nicht realisieren.
Irgendwann zwischen 23:00 Uhr und 00:00 Uhr (wenn ich mich nicht täusche) ging es dann nach Hause, dort kurz den Staub vom Platz abgeduscht und ins Bett gefallen.

Samstag

Stand DARC hinten
Der Stand des DARC von hinten. Hier schön zu sehen die Satellitenschüssel für QO-100, den ersten geostationären Amateurfunk-Satelliten

Morgens mit dem Fahrrad zum Volksfestplatz – die Strecke bin ich glaube ich das letzte mal zu Realschulzeiten also vor ein bisschen mehr als 12 Jahren gefahren. Fahrzeit unter 10 Minuten – und das ohne irgendwie groß zu hetzen oder so…
Der Festbetrieb lief wieder ganz normal. Zwischendurch waren wir kurz am Space und holten eine Magnetfußantenne, damit konnten wir auch die Feststation am Stand betreiben – allerdings halt nicht wie geplant mit der Kathrein-Außenantenne sondern mit der mit einem Rovaflex-Kabelbinder gesichert im Zeltgestänge befestigen Magnetfuß-Antenne. Die Kathrein-Antenne blieb aber trotzdem draußen am Zelt – sieht besser aus ;-).
Auch heute war ich eigentlich ständig zwischen B04 und Schaffenburg unterwegs, außerdem zum Mittagessen am Stand der alevitischen Gemeinde und oft im Helferzelt zum Nachfüllen der Flaschen oder für einen kurzen Kuchen zwischendurch.
Das dürfte es dann auch schon wieder für den Tag gewesen sein – später als am Vortag (war es zwischen 00:00 und 01:00 oder zwischen 01:00 und 02:00?) ging es dann nach Hause, wo wieder der Staub des Platzes weichen musste, bevor es zu einer kurzen und aufgrund der Hitze nicht allzu erholsamen Nachtruhe gehen konnte.

Sonntag

Da war er schon, der 21.07.2019 und damit letzter Tag des BdV. Wieder mit dem Fahrrad rein auf den Platz gefahren. Im Endeffekt war der Ablauf relativ ähnlich zu Samstag, oft zwischen Schaffenburg und dem DARC unterwegs, dazwischen immer wieder im Helferzelt, Wasser holen. Mittagessen bei der Alevitischen Gemeinde.
Schließlich kam am Stand der Funkamateure auch noch unser Distriksvorsitzender Peter (DG2NBI) des Distriktes Franken vorbei, der sich extra von Ansbach nach Aschaffenburg begeben hatte, um sich das Fest anzuschauen. Mit ihm ergaben sich auch einige interessante Gespräche.
Dann war auch schon die Zeit des Abbaus da – der Stand von Schaffenburg war relativ schnell abgebaut, vorher hatte ich schon immer wieder freigewordene Teile von Notfunk Deutschland vom Staub befreit und im Anhänger verstaut. Dann wurde schließlich auch der Stand des DARC abgebaut und die Anhänger wieder bereit für den Abtransport gemacht – dieser sollte aber erst am Montag stattfinden.
Nachdem dann alles verstaut war, wollten die verbleibenden Funkamateure (also die gleichen drei, die am Donnerstag schon aufgebaut hatten…) noch ein abschließendes Feierabend-Bier trinken, leider hatte sich wirklich jeder brav daran gehalten, Schluss zu machen und es gab nirgendwo auf dem Volksfestplatz mehr ein Bier zu ergattern.
Der Tag auf dem Platz endete so um 22:30 Uhr, wenn ich das richtig im Kopf habe und dann ging es wieder heim – Staub weg, einschlafen und sich freuen, dass man am nächsten Tag noch Urlaub hat.

Fazit

Auf Seiten Schaffenburg wesentlich besser als die letzten Jahre – wir haben uns da wirklich stark professionalisiert. Auch auf Seiten DARC hat es natürlich wieder etwas für die Öffentlichkeitsarbeit gebracht um den Leuten zu zeigen, dass es den Amateurfunk noch gibt. Es gibt durchaus Leute die da waren und mit dem Begriff etwas anfangen konnten, weil Bekannte oder Verwandte das Hobby früher betrieben. Ebenso gab es Leute die meinten, dass diese Tätigkeit doch heute unnötig ist, weil es Smartphones und das Internet gibt (was würde wohl ein Reiter sagen wenn man ihm sagt, dass sein Hobby unnötig ist, weil es Autos gibt?), denen konnte man dann entgegnen, dass es Smartphones ohne die Pionierarbeit von Funkamateuren vermutlich gar nicht geben würde und dass mit dem Amateurfunk ja durchaus Sachen möglich sind, die mit Smartphones bzw. generell Mobiltelefonen nicht möglich sind (Verbindungen über weite Strecken, ohne Infrastruktur zu benötigen, Krisenkommunikation, neue Leute in entfernten Ländern kennenlernen, um nur ein paar Beispiele zu nennen), das weckte dann durchaus auch Interesse.
Schließlich bleibt zu sagen – es war ein ziemlich stressiges aber auch durchaus schönes Fest und ich freue mich schon auf die Neuauflage 2020 ;-).

Weiterführendes

Autor: Florian

Blogger, parteiloser Pirat, Fachinformatiker, Selbstständiger, Feuerwehrmann, Funkamateur, Notfunker, Zivil- und Katastrophenschützer | Call: DG1IUK

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