Hamradio 2016

Diesen Artikel gibt es als Podcast als OGG/Vorbis.

In der Zeit vom 24. – 26.06.2016 fand wieder die Hamradio in Friedrichshafen statt – die größte Messe zum Thema Amateurfunk in Europa. Auch dieses Jahr waren wir von Notfunk Deutschland mit einem Stand vor Ort, der allerdings krankheitsbedingt kleiner ausfallen musste als die letzten Jahre – so war zwar der Mastanhänger MA-2 wieder vor Ort, allerdings wurde die „Notfunk – Bar“ kleiner aufgebaut und bestand eigentlich nur aus einem Kühlschrank; die Scheinwerfer, die „Seitenwände“, die Tische und Barhocker und das Traversensystem fielen weg.

Messestand 2016

Messestand 2016

Messestand 2015

Messestand 2015

Auch für mich gab es eine Änderung – ich wäre gerne wieder am Montag, den 20.06.2016 mit nach Friedrichshafen gefahren und hätte vor der Messe eine Woche „Ham-Urlaub“ eingelegt; da ich jedoch erst kurz vorher den Arbeitgeber gewechselt hatte (hierzu erfolgt demnächst noch einmal ein Blogpost, eigentlich sollte schon länger einer draußen sein), konnte ich erst am Donnerstag anreisen.

 

Donnerstag

So trafen Guido, DO3NF und ich uns um 9:00 Uhr in Darmstadt, von wo aus wir uns auf den Weg nach Friedrichshafen machten. Zwischendurch kam es zu einem etwas längeren Aufenthalt auf der Autobahn, man konnte aber nicht sehen, warum sich der Stau gebildet hatte – in der Baustelle lief der Verkehr interessanterweise wieder problemlos.
Wenn ich mich nicht täusche kamen wir um ca. 16:00 Uhr in Friedrichshafen an und trafen uns dann auf der Messe mit Rüdiger, DO2FMD, welcher bereits den Messestand aufgebaut hatte.
Nach einigen kurzen Gesprächen in der Messehalle ging es dann in den nahegelegenen Supermarkt, wo wir Verpflegung für das Wochenende aufnahmen und (noch wichtiger) Grillgut für den Abend.
In der Unterkunft wurde dann erst mal die technische Infrastruktur in Betrieb genommen, dann wurde der Grill angeschmissen, nach dem Essen konnte man noch ein bisschen den auf Friedrichshafen und Umgebung niedergehenden Unwettern zuschauen, während bei uns nur ein kurzer Platzregen niederging – danach war es glücklicherweise etwas abgekühlt, nachdem den Tag über eine drückende Hitze geherrscht hatte.

 

Freitag

Der erste Messetag, nachdem es um ca. 7:00 Uhr schon 17°C hatte und die Wettervorhersage wieder Temperaturen oberhalb der 30 Grad meldete, entschied ich mich für die „Einsatzkleidung, Hochsommer“ – kurze Hose und Turnschuhe, dazu eine Warnweste statt der ordnungsgemäßen langen Einsatzhose mit schweren Stiefeln und einer Einsatzjacke.

Einsatzkleidung, Hochsommer

Hier mal die neue „Einsatzkleidung, Hochsommer“ 😉

Um 9:00 Uhr war offizieller Messebeginn, um ca. 8:00 Uhr waren wir vor Ort. Hier trafen wir gleich auf Mickle, DG9FAP, der als weiteres Mitglied von NFD mit am Stand aktiv war. Nun begann das übliche Messeprogramm: ständig kamen Einzelpersonen oder Gruppen vorbei, man informierte und diskutierte. Zwischendurch war ich auch einmal kurz auf dem Flohmarkt, leider war das, was ich dort gern gekauft hätte, teurer, als es mein Geldbeutel zugelassen hätte (unter anderem ein SE 6861 als kompletter Manpack für 800 Euro).
An diesem Freitag war auch ein Kollege von Rüdiger vor Ort, welcher bis Samstagmorgen bleiben wollte und sich die ganze Hamradio und die mit dem „Ham-Virus“ infizierten einmal anschauen wollte.
Weiterhin habe ich dem Außenbereich einen kurzen Besuch abgestattet, dort hatte die Bundeswehr einen Stand aufgebaut, sie war dort mit einer Tetrapol-Einheit (Shelter für Programmierung etc. und 25m-Mastanhänger für eine Zelle mit 30 km Radius sowie einigem Equipment für kleinere Zellen und Funkgeräte) sowie mit einer SATcom-Einheit vor Ort. Hauptzweck des ganzen war natürlich, Personal anzuwerben. Ich bekam auch gesagt, dass man so dringend Personal sucht, dass man wohl mittlerweile mit Gehaltsverhandlungen durchkäme – auf mein Angebot, man könne darüber reden, wenn ich mit einem Dienstgrad ab Leutnant aufwärts eingestellt werden würde, wollte man allerdings nicht eingehen ;-). Auch wollten mich die Tetrapol-Soldaten leider nicht in den Serverraum lassen, in dem unter anderem die Server für die Verwaltung der Crypto-Schlüssel untergebracht sind…
Lustige Randnotiz: Am Nachbarstand des AFCD (Amateurfunk-Club Deutschland) wollte man ein Fußball-Spiel schauen – beim Aufbau wurden noch 8 Kanäle gefunden (via DVB-T), Freitagmorgen waren es noch 4 – es waren einfach zu viele Störungen in der Luft. Daraufhin besorgte Volker, der 1. Vorsitzende des AFCD, einen Adapter von SMA auf N und fragte uns, ob er sich an die zu Ausstellungszwecken auf dem Mastanhänger befestigte Logarithmisch-periodische Antenne (Breitbandantenne aus Militärbeständen, ca. 50 MHz – 1,2 GHz) anschließen kann. Meine Vermutung war, dass danach überhaupt nichts mehr empfangen wird, weil der Empfänger vollstopft aber die Trennschärfe war gut genug und es kamen mehr Sender rein, als vorher.
Nach einem schönen aber anstrengenden ersten Messetag (irgendwie ist der erste immer der anstrengendste, obwohl am Samstag wesentlich mehr los ist…) ging es dann erst nochmal kurz in den Supermarkt und dann wieder zum Grillen, gefolgt von einem „Unwetter-Public-Viewing“, bei dem wir da saßen und den Blitzen Noten gaben. Erst relativ spät am Abend ging es dann in Richtung Bett.

Unwetter-Public-Viewing

Das Team von Notfunk Deutschland beim Unwetter-Public-Viewing ;-).

 

Samstag

Der zweite Messetag. Ich glaube es war kurz nach 9:00 Uhr, als Guido und ich auf dem Messegelände ankamen. Der Trubel war schon ausgebrochen. Wechselweise gab es immer wieder nette Unterhaltungen, bei denen man auch mal mit den Leuten in unserer Sitzgruppe zusammen sitzen und ein Panaché trinken konnte, zwischendurch dann auch mal wieder Stress pur, bei dem die nächste Unterhaltung begann, kaum dass die andere vorbei war. Ständig umschalten zwischen deutsch- und englischsprachigen Standbesuchern, manchmal auch kritische oder bösartige Kommentare abwehren bei denen man eigentlich eh wusste, es ist egal, was man sagt.
Auch liefen mir an diesem Tag Werner, DH3RW und Fabian, DO1BYT aus „meinem“ OV B04 (bzw. letzterer auch aus dem Hacker-/Makerspace Schaffenburg e.V., über den ich auch seit längerem schon etwas schreiben will) über den Weg, die einen kleinen Abstecher auf die Ham gemacht hatten.
Nach der Messe ging es dann wieder zu einem Griechen, bei dem wir schon letztes Jahr (und evtl. auch vorletztes?) zu Abend gegessen hatten – es war wieder eine gute Entscheidung.
Zurück in der Unterkunft ging es dann daran, die neu erworbenen Geräte zu programmieren bzw. mein Hytera MD-785GH mal wieder etwas zu aktualisieren. Vom Hytera-Stand hatten wir die aktuellsten Firmware-Versionen bekommen, die natürlich direkt auf die Geräte wollten…

 

Sonntag

Der letzte Messetag, es war deutlich weniger los. Eine der großen Herausforderungen war ein Standbesucher (ich glaube, er kam aus Finnland), der mich für einen Podcast interviewen wollte. Prinzipiell ist das ja kein Problem aber wenn man dann auf Englisch ständig irgendwelche nicht so geläufigen Begriffe braucht (‚Innenministerium‘ und auch der englische Name des THW kamen mir noch bei einer Info über unseren Nepaleinsatz, aber wem fällt auf Anhieb ein, was ‚Landkreis‘, ‚kreisfreie Stadt‘ oder ‚Gefahrenabwehr‘ bedeuten? 😉 )…
Dann ging es langsam richtung Messeschluss, die meisten Stände in unserer Umgebung hatten bereits abgebaut. Wir hatten ja dieses Jahr nicht viel abzubauen, die Elektrik rückbauen, den Mast ablassen und die Antenne zerlegen, den Mastanhänger fahrbereit machen – das wars auch schon. Danach ging es noch für einen Rundgang über die Messe, wo wie jeden Sonntagnachmittag die Essens- und Alkoholbestände die die Messe über rationiert worden waren verbraucht wurden. Neu war für mich dieses Jahr, dass ich am Stand der Amateurfunkvereinigung aus Thailand zu einem Schnaps eingeladen wurde (mit 40%, wie mir versichert wurde… das waren aber nie und nimmer nur 40% 😉 ). An diesem Stand hing auch ein Plakat des bekanntesten Funkamateur dieses Landes – er trägt das Rufzeichen HS1A und den Namen Bhumibol Adulyadej, seines Zeichens König von Thailand.
Wir verabschiedeten uns dann mit der Information, dass wir jetzt ins „Paradies“ gehen; irgendwie dachte jeder, dabei handelt es sich um ein Etablissement, welches dem Rotlicht-Bereich zuzurechnen ist – dabei handelt es sich um ein Restaurant in welchem man im Umkreis die besten halben Hühnchen bekommt, wie wir letztes Jahr herausgefunden haben ;-).
Nach einem guten Abendessen ging es dann zurück in die Unterkunft, kurz hinlegen und eine halbe Stunde ausruhen und dann stand das Fußball-EM-Spiel Deutschland vs. Slowakei auf dem Plan.
Danach noch packen und ab in die Koje.

 

Montag

Über diesen Tag gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben… morgens fuhren wir (Guido und ich) irgendwann los, die Zeit weiß ich nicht mehr. Rüdiger holte den Anhänger und machte dann noch einen Ausflug in die Schweiz.
Wir kamen gut in Darmstadt an, von da aus fuhr ich dann via Bahn nach Aschaffenburg.

 

Mein Fazit

Wieder eine super Messe, mit vielen Leuten in Kontakt gekommen und auch ein paar zum Nachdenken gebracht. Viele fanden die Ausrüstung interessant und haben sich näher erkundigt. Man hat auch die Leute mal wieder getroffen, die man leider nur zur Messe trifft.
Dieses Jahr habe ich es geschafft, kein Geld auf dem Flohmarkt zu lassen – auch wenn es einiges gab, das ich gerne mitgenommen hätte ;-).

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