Hamradio 2015

Diesen Artikel gibt es als Podcast als OGG/Vorbis.

So, die diesjährige Hamradio ist ja jetzt schon ein paar Tage vorbei und so langsam könnte ich darüber auch einen kleinen Bericht und ein paar Bilder veröffentlichen ;-).
Die Hamradio war zwar erst am 26.-28.06.2015 (Freitag/Samstag/Sonntag) doch wir von Notfunk Deutschland sind schon am Montag den 22.06. nach Friedrichshafen gefahren und am Montag den 29.06. wieder zurück, um neben dem Aufbau des Messestandes auch etwas Urlaub zu machen. Das ganze war dann doch etwas entzerrter und angenehmer gegenüber dem letzten Jahr, dort sind wir am Donnerstag hochgefahren und am Sonntagabend nach der Messe direkt wieder heim.

Vor der Abfahrt hatte ich erst mal noch ein Problem – ich hatte ein Tetra-Funkgerät (Motorola MTP-850) günstig erstanden und es kam rechtzeitig, leider kam jedoch mein Programmierkabel nicht mehr zeitig, so dass ich meine ID vor der Abfahrt nicht mehr auf das Funkgerät programmieren konnte und auch das Tetra-Relais der Messe nicht mehr programmieren konnte. Dieses ID-Problem wurde jedoch auf der Messe dankenswerterweise von Ralf, DF6RK gelöst.

Am Montag Mittag trafen wir (das waren Rüdiger, DO2FMD und Fred, DD2ZM sowie meine Wenigkeit, zu dem Zeitpunkt noch DO1IUK) uns in Groß-Gerau und es ging in Richtung Oberteuringen, wo unsere Unterkunft lag. Ohne Stau kamen wir dort an – es gab zwar mehrere größere Verkehrsbehinderungen, allerdings alle in der Gegenrichtung. Nach Bezug der Unterkunft ging es dann in ein nahe gelegenes Restaurant zum Abendessen; nach dem Essen wurde dann noch an Technik geschraubt und ich war noch mit Prüfungsvorbereitung befasst.

Dann kam der Dienstag, Anreisetag von Michael, DG9FAP. An diesem Tag schauten wir uns auch nochmal ein bisschen am Bodensee um, am Abend ging es dann zum Hähnchenessen zu einem Insider-Tipp – man muss sagen, die Hähnchen waren wirklich genial!

Mittwoch, der Aufbautag. In der riesigen Messehalle standen schon sämtliche Trennwände, Messestände waren allerdings noch so gut wie keine aufgebaut – wir waren mit die ersten. Das Grundgerüst des Messestandes (Traversensystem) war sehr schnell aufgestellt. Während des Aufstellens waren Fred und ich für die „Notfunk-Bar“ einkaufen (eigentlich nur Wasser und Cola) – spontan kam dabei die Frage „Was ist eine Bar ohne Alkohol?“ auf, was zum Kauf von Einweg-Schnapsgläsern und einer Flasche Kirschgeist führte. Wesentlich länger dauerte es, die Stoffe aufzuhängen und die Elektroinstallation für 4 Spots, 2 LED-RGB-Strahler, 2 Neon-Schilder, Kühlschrank, Kaffeemaschine, Tischbeleuchtung, Monitor, VoIP-Telefon und Funktechnik durchzuführen und schließlich noch die Antennen für eine analoge 70cm-FM-Relaisstelle und einen digitalen 70cm-DMR-Repeater aufzubauen. Nachdem die ganzen Aufbauarbeiten erledigt waren, wurde die Bar mit einer Runde Schnaps eröffnet, bevor wir zusammenräumten und das Massegelände verließen.
Dann ging es nochmal einkaufen – wir brauchten Material für Abends. Da wurde der erfolgreiche Aufbau mit einem kleinen Grillfest gefeiert ;-).

Aufbau Aufbau Aufbau

Eine Nahaufnahme der Notfunk-Bar

Eine Nahaufnahme der Notfunk-Bar

Hier noch etwas mehr vom Stand

Hier noch etwas mehr vom Stand

Der Tisch für längere Gespräche

Der Tisch für längere Gespräche

Hier nochmal der Infostand im ganzen, leider mit ausgeschalteter Beleuchtung

Hier nochmal der Infostand im ganzen, leider mit ausgeschalteter Beleuchtung

 

Donnerstag – letzter Tag vor der Messe, letzter Tag vor der Prüfung. Es gab nochmal die Möglichkeit, auszuschlafen. Noch einmal ein Ausflug nach Friedrichshafen, Mittagessen bei einem Asiaten. Später dann nochmal zur Messe gefahren – ein paar letzte Arbeiten am Stand, die Bar wurde jetzt mit mehr Alkohol bestückt (man soll den Besuchern ja auch etwas anbieten können, deshalb noch ein paar Klare, zwei verschiedene Wodka und die Zutaten für White Russian in den Kühlschrank gestellt). Zwischendrin war ich bei Difona am Stand und habe für mein Hytera DMR-Funkgerät ein Speakermike gekauft, wollte ich eh schon länger erledigen, bin aber nie nach Offenbach gekommen. Dann bin ich noch zur Messeleitung gestapft und habe mich nach dem Raum erkundigt, in dem am Freitag die Amateurfunk-Prüfung stattfindet – ich will ja nicht lange suchen müssen und deshalb zu spät kommen ;-). Danach nochmal am Bodensee zu Abend essen und in der Unterkunft noch ein letztes mal für die Prüfung gelernt.

Ein super Ausblick über den Bodensee, leider nur das Handy dagehabt - bei der Aussicht hätte man einen besseren Foto benötigt!

Ein super Ausblick über den Bodensee, leider nur das Handy dagehabt – bei der Aussicht hätte man einen besseren Foto benötigt!

 

Freitag – der erste Messetag. Früh morgens raus. Dann ging es auf die Messe, um ca. 7:30 Uhr waren wir da, in der festen Überzeugung, dass wir noch eine halbe Stunde Zeit für letzte Vorbereitungen haben. Vor Ort haben wir dann festgestellt, dass die Messe erst um 9:00 Uhr beginnt ^^. Um 9:00 Uhr fing dann langsam der übliche Messestress an, unterstützt wurden wir dabei auf der Messe von Dirk, DO9DKH, welcher nicht bei uns in der Unterkunft wohnte. Mal hatte man mehr oder weniger Leerlauf, dann kamen Interessenten mit denen man sich unterhielt und gleichzeitig kam noch jemand, mit dem man eine Verabredung hatte und weil es so gut passte gleich noch zwei Interessenten. Wie immer halt ;-).
Um 12:15 Uhr meldete ich mich am Stand ab und machte mich auf den langen Weg zum „Foyer Ost“ (genauer gesagt zum Raum „London“), unterwegs hieß es erst einmal alle Hallen zu durchqueren, dieser Raum ist wohl der abgelegenste Raum auf dem ganzen Messegelände, so dass man mit ca. 15-20 Minuten Fußweg rechnen muss, besonders wenn die Hallen zum Teil ziemlich voll sind. Vor London hieß es dann warten bis 13:00 Uhr, dann wurden die Wartenden (darunter auch ich) von einem Prüfer der Bundesnetzagentur hereingebeten. Drinnen lagen die Prüfungsbögen schon bereit und nach einer kurzen Erläuterung zum Vorgehen bei der Prüfung ging es los. Alles weitere zur Prüfung und zur Zuteilung meines neuen Rufzeichens DG1IUK kann man ja in dem Beitrag „Amateurfunkprüfung Klasse A bestanden und Rufzeichen zugeteilt“ lesen. Was ich in dem Beitrag nicht geschrieben hatte war, dass ich nach Beantragung meines Rufzeichens erst mal zum Stand zurückgekehrt bin und alle mit der Info geschockt hab, dass meine Lizenz eingezogen wurde (stimmte ja auch, der Prüfer hatte sie direkt nach der Prüfung eingezogen, noch bevor ich die neue beantragen konnte ^^).
Danach erst mal was zu Essen geholt – zum Glück muss man nicht unbedingt auf die zu Messepreisen verkaufenden Stände zurückgreifen sondern es gibt noch andere Möglichkeiten, in dem Fall z.B. den Wurstverkauf am Stand des Bavarian Contest Clubs.
Nach der Prüfung war ich dann erst mal platt und trat für den restlichen Messetag kürzer.
Abends trafen wir uns mit den Mitgliedern des AFCD (AmateurFunk Club Deutschland e.V.) zum Abendessen am Bodenseeufer. Hier stieß dann auch Guido, DO3NF zu uns, der allerdings leider nur einen Messetag (nämlich den folgenden Samstag) mit uns verbringen konnte.

Samstag – zweiter Messetag. Nicht ganz so früh wie am Freitag ging es morgens raus. Ab auf die Messe und da wieder den üblichen Messebetrieb. Beim Mittagessen leider Pech gehabt – ich wollte mir wieder eine Wurst am Stand besorgen, da heiß es in ca. 15 Minuten sind sie wieder soweit; 9 Minuten später war ich wieder da und da hieß es „für heute ausverkauft“. Also doch einen der Messestände besucht und da eine Currywurst mit Pommes geholt.
Später ging es dann auchmal eine Runde über den Flohmarkt – das ist ja interessant, was es da so alles gibt – vom Rechner der aus dem Leasingvertrag raus ist über professionelle Funktechnik (hier vor allem auch Militärtechnik aus dem osteuropäischen und russischen Bereich) bis zu alter Technik wie z.B. einer echten Enigma. Ich habe sogar alte US-Militärtechnik zur verschlüsselten Kommunikation gesehen – leider wertlos ohne die entsprechenden Schlüsselgeneratoren ;-). Allerdings habe ich da dieses Jahr nichts gefunden, was ich für einen Kauf interessant fand. Bzw – eigentlich fand ich eine ganze Menge Zeug interessant aber dafür hatte ich dann wiederum zu wenig Geld dabei und hätte nicht gewusst, wie ich es transportieren und wo ich es lagern sollte ^^.
Auch dieses Jahr hat man gemerkt, dass am Samstag der größte Besucheransturm kam. Klar, am Freitag mussten die Leute noch arbeiten und den Sonntag benutzten viele wohl wieder zur Rückfahrt.
Abends ging es dann wiederum zu dem Asiaten am Bodenseeufer, bei dem wir vor kurzem zum Mittagessen waren.

Sonntag – der letzte Messetag. Da der Rechner anderweitig benötigt wurde, wurde heute der Monitor der einen Film über Notfunk Deutschland in Endlosschleife zeigte nicht mehr eingeschaltet, Guido musste sich morgens schon vor Messebeginn wieder auf den Weg machen.
Der Andrang war nicht mehr so stark wie am Samstag. Essen war trotzdem keins mehr zu bekommen und so machten wir uns mittags auf in Richtung McDonalds.
Um 15:00 Uhr kam dann die Informationsdurchsagen für alle Aussteller und Besucher, dass die Messe jetzt schließt und man sich freut, die Besucher auch auf der Hamradio 2016 wieder begrüßen zu können. Ab diesem Zeitpunkt durfte offiziell abgebaut werden – trotzdem stellten sich viele Stände jetzt schon leer da.
Wir begannen mit dem Abbau, welcher wie bei allem mehr Zeit als der Aufbau verschlang. Das Personal der Messe demontierte derweil schon die Trennwände zwischen den Messeständen. Schließlich hatten aber auch wir alles im Anhänger verstaut und es ging um 18:00 Uhr auf dem Weg zur Unterkunft, dies war der Zeitpunkt, zu dem Michael die Heimreise antrat.
Wir (also die verbleibenden drei) machten uns daraufhin auf zum Abendessen bei einem Griechen, bei dem wir auch letztes Jahr schon ein gutes Essen genießen durften.
Danach hieß es in der Unterkunft noch packen.

Unser Stand ist schon abgebaut (der Tisch ist der, auf dem der Kühlschrank stand), die Trennwände wurden durch die Messe auch schon zum Teil demontiert

Unser Stand ist schon abgebaut (der Tisch ist der, auf dem der Kühlschrank stand), die Trennwände wurden durch die Messe auch schon zum Teil demontiert

 

Dann war auch schon der Montag da – pünktlich um 9:30 Uhr ging es von der Unterkunft aus ab nach Groß-Gerau. Auch diese Fahrt verlief problemlos und das Messematerial wurde dann noch vom Anhänger ins Lager umgeladen.

Mein Fazit: Wie schon letztes Jahr war die Hamradio eine super Veranstaltung. Man bekommt mal ein Gesicht zu den Leuten, die man sonst nur unter ihrem Call kennt. Leider bleibt oft nicht die Möglichkeit, längere Gespräche zu führen, weil ständig Interessenten da sind, die man ja bedienen soll und da kommt es halt selbst bei Idealbesetzung des Standes mit allen sechs Leuten (Samstag) vor, dass sich alle im Gespräch befinden und man ein geplantes Gespräch nicht führen kann. Und obwohl so ein Stand viel Aufwand ist, werde ich auch nächstes Jahr wieder mit dabei sein.

Lesens- bzw. sehenswert ist hierzu übrigens auch der „persönliche Rückblick“ von Silvio, dem Betreiber von Hamspirit.de und das Video zur Hamradio 2015 auf dem Blog von DL2YMR.

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