Angreifbarkeit von Unterseekabeln

Beim lesen auf Twitter stieß ich vorhin auf folgenden Tweet von @SipoBlog:

#Drohnen und #SWIFT unter Wasser – @zeroskillor über die Relevanz von #Unterseekabeln http://www.sicherheitspolitik-blog.de/2012/11/06/drohnen-und-swift-unter-wasser/

Der Titel des Artikels klang interessant und so habe ich ihn mir einmal durchgelesen – und stieß darauf, dass Florian Grunert (der Autor dieses Artikels) auf einen kritischen Teil der weltweiten Infrastruktur gestoßen war, welchen ich noch gar nicht beleuchtet hatte – die weltweite Vernetzung via Unterseekabeln.
Einige von ihm genannte Beispiele:

  • 95% des weltweiten Datenverkehrs werden via Unterseekabel transportiert, nur ca. 5% via Satellit
  • Unterseekabel sind relevant für das Militär, da z. B. über diese Kabel die Drohnen der USA bei Irak-Missionen ferngesteuert werden, da hohe Bandbreite benötigt wird und die Übertragung in Echtzeit stattfinden muss (Satellitenübertragung hätte eine zu hohe Latenz)
  • Der Hochfrequenzhandel an Börsen (welcher einen Großteil des Tagesgeschäfts ausmacht) wäre ohne moderne Unterseekabel nicht möglich. Im September 2011 wurde zwischen den Börsen in New York und London ein neues Kabel gelegt um 6 Millisekunden Zeit beim Handel zu sparen. Hierfür wurden 300 Millionen Dollar aufgewendet, welche sich nach kurzer Zeit wieder gelohnt haben.
  • Ohne Unterseekabel ist eine moderne Regierung mitsamt ihrer Armee mehr oder weniger handlungsunfähig und ein modernes Leben nicht vorstellbar.

Weiterhin kann man seinem Artikel entnehmen, dass die Militärs und Geheimdienste schon früh den Wert dieser Kabel erkannten und schon im Kalten Krieg mit hohem Aufwand von beiden Seiten versucht wurde, die Kabel der jeweils anderen Seite abzuhören.

Gefahren für die Kabel gehen von der absichtlichen oder unabsichtlichen Zerstörung aus, so wurde 2008 durch ein ankerndes Boot ein einziges Kabel zerstört was 70% des Internetverkehrs von und nach Ägypten und 60% des Internetverkehrs in Indien unterbrach. Durch Reparaturarbeiten von einer Woche Dauer gab es natürlich auch eine entsprechend lange Ausfallzeit.

Hier stelle ich mir vor was in einem Konflikt passieren würde, in dem die Streitkräfte versuchen die Kommunikation zwischen Verbündeten lahmzulegen, indem deren Kabel zerstört werden. Dies könnte nicht nur auf das einzelne Land sondern auf die internationale Sprach- und Datenkommunikation fatale Auswirkungen haben.

Aber auch wenn ich jetzt schon relativ viel von diesem Artikel verraten habe, lest euch das Original mit dem Titel Drohnen und SWIFT unter Wasser – Die Relevant von Unterseekabeln durch ;-).

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